Warum setzen Unternehmen und Privatpersonen auf Offshore Firmen?

Offshore Firmen

Es gibt viele gute Gründe, um sich als Privatperson oder als Unternehmen für eine Offshore-Firma zu entscheiden. Ein wichtiger Punkt, der vor allem für vermögende Privatpersonen interessant ist, ist Diskretion. Wer seine Vermögensverhältnisse nicht dem Banker seines Städtchens anvertrauen will, kann versteuertes Geld im Schutze der Anonymität ins Ausland auslagern. Um seinen Namen ganz aus dieser Transaktion herauszuhalten, empfiehlt sich die legale Gründung einer Offshore Firma.

Voraussetzungen für die Gründung einer Offshore Gesellschaft

Die Gründung einer Offshore Gesellschaft durch eine Privatperson ist eine relativ unkomplizierte Angelegenheit. Voraussetzung dafür, und das gilt international, ist die Identifikation mittels amtlicher Dokumente und weiteren Belegen gegenüber dem Anwalt, dem zuständigen Regierungsagenten und natürlich vor allem gegenüber der Bank. Wer hier als Privatperson aktiv wird, muss er seine Identität gegenüber diese Personen und Institutionen auch dann offenlegen, wenn er sich im späteren Verlauf durch einen Treuhänder vertreten lässt.

Vor dem Abschluss der Kontoeröffnung führt das Bankhaus der Wahl eine Abfrage durch, die den Leumund des potentiellen neuen Kunden prüft. Aus dieser Abfrage geht hervor, ob er oder sie bereits einmal einer Straftat verdächtigt wurden, bzw. bereits wegen einer Straftat verurteilt wurden. Falls ja, würde die Bank mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Kontoeröffnung verweigern.

Wird der Prüfprozess positiv erledigt und liegen alle weiteren Dokumente vor, können über die Offshore Firma bzw. das neue Bankkonto Transaktionen abgewickelt werden. Diese dürfen allerdings, auch wenn das oft angenommen wird, keinen dubiosen Charakter haben und dunklen Machenschaften wie etwa der Geldwäsche dienen.

Alle Transaktionen, die über das Geschäftskonto laufen, werden von der Bank rund um die Uhr unter die Lupe genommen. Fragliche Zahlungseingänge und Ausgänge werden mit hoher Wahrscheinlichkeit Aufmerksamkeit erregen. Zwar trifft es zu, dass nur die Bank selbst in den Geschäftsverlauf Einblick hat. Weder Anwälte, Regierungsagenten oder sonstige Vermittler können die Geschäftsverläufe eines Offshore Kunden nachverfolgen. Allerdings nehmen es die Banken mit ihrer Aufsichtspflicht sehr ernst, zumal sie andernfalls hohe Strafen riskieren.

Wer eine Offshore Firma gründet, kann also keinesfalls in völliger Anonymität agieren. Im Gegenteil: Es kann sogar sein, dass hier die Überwachung weit gründlicher vor sich geht als bei einem deutschen Bankkonto.

Gründe für eine Offshore Firmengründung

Dennoch gibt es, abgesehen von der bereits genannten Anonymität, gute Gründe, um sich für die Gründung einer Offshore Firma zu entscheiden. Dazu zählen unter anderem:

• Vermögenssicherung: Wer dem Euro oder dem europäischen Banksystem nicht traut, kann sich Offshore einen sicheren Hafen suchen.
• Die stärkere Haftungsbegrenzung im Offshore-Raum
• Die Reduktion von Produktionskosten durch Outsourcing
• Mehr Sicherheit und unbürokratische Sicherung von Rechten und intellektuellem Eigentum
• Die Möglichkeit, sozusagen auf neutralem Boden zu agieren, falls man etwa Handelsbeziehungen mit Partnern pflegt, die nicht auf freundschaftlichem Fuß miteinander stehen.
• Erleichterungen bei der Beantragung von Lizenzen – etwa im Bereich Online-Gaming oder Forex.

Es gibt noch viele weitere gute Gründe, die für ein Offshore Unternehmen sprechen. Die Verschleierung von kriminellen Aktivitäten ist, wie bereits erwähnt, nicht darunter. Zwar gibt es tatsächlich schwarze Schafe unter Offshore Unternehmen, dabei handelt es sich allerdings um Einzelfälle. Um kriminelle Energie, die auch bereits in der Vergangenheit den deutschen Staat um erkleckliche Summen prellte. Diese Gruppe hat Offshore Firmen in ein schlechtes Licht gerückt und ihnen ein Image verpasst, das sie zweifellos nicht verdienen.

Sind Offshore Staaten ein Paradies für Steuersünder?

Das Recht, Steuern zu sparen, ist jeden, der Steuern zahlen muss, unbenommen. Das stellte bereits in den 60er Jahren ein Urteil des Bundesgerichtshofs fest. Es ist völlig legitim, seine Steuerlast zu minimieren – etwa, wenn es um Körperschafts- und Gewerbesteuern geht. Eine Möglichkeit, diese Last zu verringern, sind Firmengründungen außerhalb von Deutschland.

In unserer globalisierten Welt hat jedes Unternehmen das Recht, seinen Standort ganz nach eigenem Gutdünken zu wählen. Dieser Standort muss allerdings nicht unbedingt Offshore sein, wenn es um Steuerersparnis geht. Ganz im Gegenteil: Der neue Trend führt nach Europa!

Durch den großen Steuerwettbewerb europäischer Länder, haben einige Regionen – etwa aufgrund einer besonders angespannten wirtschaftlichen Lage – ihre Körperschaftssteuern deutlich abgesenkt. Einige Länder locken mit Sätzen nahe fünf Prozent und in Ausnahmefällen mit annähernd null Prozent Steuerlast. Und es geht noch weiter: Ausländische Unternehmer mit steuerlichem Wohnsitz vor Ort dürfen diese schon im Unternehmen selbst kaum besteuerten Firmengewinne gänzlich steuerfrei der Gesellschaft entnehmen und müssen darüber hinaus keinerlei Steuern auf erwirtschaftete Zinserträge bezahlen.

Angesichts dieser Vorteile scheint die angebliche mangelnde Seriosität von Offshore Firmen wenig plausibel. Tatsächlich ist es so, dass sich Privatpersonen und Unternehmen, die keine Steuern aus Unternehmensgewinnen oder Dividendenzahlungen entrichten möchten, gar nicht erst in ein Offshore Land bemühen müssen. Oft erhalten sie das, was sie brauchen, ja bereits im Nachbarland.

Das Fazit aus all diesen Erkenntnissen: Offshore Firmen sind ein legaler Weg, der zahlreiche Vorteile bietet. Ein effektives Modell der Steuerersparnis sind sie allerdings nicht bzw. nicht mehr. Bankinstitute prüfen heute die Konten und Kontobewegungen ihrer Kunden sehr gründlich. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um das geschäftliche Konto eines Offshore Betriebs oder um das eines Unternehmens aus Europa handelt. Kriminelle Aktivitäten lassen sich so zwar auch nicht hundertprozentig, aber doch mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit, ausschließen.

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